Digitale Bildung: Netbook- und iPad-Klassen in Wilhelmshaven

Die Digitalisierung ist unaufhaltsam im Vormarsch: der allgegenwärtige Gebrauch von Smartphones und Tablets quer durch alle Altersgruppen ist dafür ein Beleg. Einige steuern sogar zu Hause z. B. die Heizungsanlage, die Rollläden oder ihre Musik mit Hilfe von digitalen Assistenten. Das autonome Fahren steht vor der Tür und der Produktions-bereich wandelt sich zur Industrie 4.0. Die Generation der aktuellen Schülerinnen und Schüler – z. T. auch der Lehrkräfte – gelten als „Digital Natives“, d. h. sie sind mit dem Internet groß geworden und fühlen sich in der digitalen Welt heimisch. Betreten sie allerdings die Schule, so werden i. d. R. ins analoge Zeitalter zurückversetzt. Handyver-bote werden in der Schulordnung festgelegt, zumindest im Unterricht, der Einsatz von digitalen Medien ist lange nicht selbstverständlich. Tatsächlich hinken Deutschlands Schulen hinsichtlich der digitalen Mediennutzung anderen Ländern (z. B. Schweden, Lettland, Estland u.v.a.) weit hinterher. Die Lehrkräfte sind skeptisch, ob digitalisierter Unterricht den Lernerfolg fördert, Hirnforscher Spitzer will alles Digitale aus dem Klassenraum verbannen und befürchtet die „digitale Demenz“, andere halten dies für einen Mythos. Ungeachtet dessen, präsentieren Hersteller von Hard- und Software auf den Bildungsmessen ihrer Produkte als die Lösung vieler pädagogischer Problemfelder, wie z. B. individualisiertes bzw. kooperatives Lernen oder Inklusion. Unabhängig davon, wünschen Eltern den vermehrten Einsatz der digitalen Medien an den Schulen.

Ungeachtet aller Pro- und Contra-Diskussionen gibt es Schulen, die schon länger den Einsatz von Smartphones, Tablets, Notebooks oder Computern erproben oder einfach damit anfangen. Unterstützt werden sie dabei von Initiativen wie N21, diversen Netz-werken wie z. B. Mobiles Lernen oder sie treffen sich in der Carl von Ossietzky Univer-sität Oldenburg zum einmal jährlich stattfindenden Mobile-Schule-Event. In Wilhelms-haven gibt es an der IGS seit Jahren eine Notebook-Klasse, die im aktuellen Schuljahr als Netbook-Klasse sich neu aufgestellt hat, basierend auf den Erfahrungen der vorherigen Jahre. An der Cäcilienschule gibt es seit dem laufenden Schuljahr sogar zwei iPad-Klassen.

Wir unterhalten uns in der Sendung mit den Verantwortlichen Herrn Huflaender von der IGS und Herrn Winkelmann von der Cäcilienschule über die unterschiedlichen Konzepte, erste Erfahrungen und die künftige Ausrichtung.

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Inklusion in Niedersachsen – Gut gedacht und schlecht gemacht? (Teil III)

Mit der letzten Sendung des Jahres – am 20.11.2017 – schließen wir unsere Reihe zur schulischen Inklusion in Niedersachsen ab. Nachdem wir uns in der vorherigen Sendung mit den Umsetzungsproblemen der Inklusion und dabei uns mit der Analyse und den Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beschäftigt haben, werden wir uns diesmal mit einer Vertreterin der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e.V. unterhalten. In diesem Verein sind Eltern und Angehörige von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen organisiert und engagieren sich in Niedersachsen für eine inklusive Gesellschaft. Wir werden uns mit Frau Kurtz u. a. über ihre Motivation, ihren Kampf für inklusives Lernen und den kürzlich vorgestellten Gesetz-entwurf ihres Vereines für ein inklusives Schul- und Bildungssystem unterhalten. Natürlich werden wir auch auf die Umsetzungsschwierigkeiten des aktuellen Niedersächsischen Schulgesetzes zu sprechen kommen. Wir freuen uns sehr auf dieses Gespräch.

Inklusion in Niedersachsen – Gut gedacht und schlecht gemacht? (Teil II)

In der Oktobersendung wollen wir uns mit den Umsetzungsproblemen der Inklusion in Niedersachsen beschäftigen. In den Gesprächen für die vorherige Sendung haben sich die Interviewpartner sehr zurückhaltend bis gar nicht zu offensichtlichen Schwierigkeiten bei der Realisierung der inklusiven Schule geäußert. Von einem „Maulkorberlass“ war die Rede, jedenfalls wollte keineR aufgrund einer öffentlichen Äußerung eine Gesprächseinladung bei der Schulaufsicht bekommen.

Diese Zurückhaltung erwarten wir nicht, wenn wir (noch vor der Wahl) mit Astrid Müller, die stellvertretende Vorsitzende der Schulbezirkspersonalrat Weser-Ems und Leiterin der GEW-Fachgruppe Förderschulen, sprechen. Sie wird uns die Position der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zur Inklusion erläutern, wohl wissend, dass dies Thema auch innerhalb der Gewerkschaft nicht unumstritten ist. Frau Müller wird die Stolpersteine benennen, die einen vernünftigen inklusiven Unterricht erschweren oder anders ausgedrückt: Wie lauten die Gelingensbedingungen für guten inklusiven Unterricht?

Wir schauen also ein wenig über den Tellerrand des Sendegebiets hinaus, glauben aber, dass die Probleme überall mehr oder weniger gleich sein dürften.

Inklusion in Niedersachsen – Gut gedacht und schlecht gemacht? (Teil I)

Nicht zum ersten Mal beschäftigen wir uns mit diesem Thema. In der Januarsendung 2016 haben wir uns mit der Problematik der Auflösung der Förderschule in Wilhelmshaven beschäftigt. Inzwischen haben wir die Wahl in NRW hinter uns, in der das Thema Schule/Inklusion womöglich eine entscheidende Rolle gespielt hat. Im Koalitionsvertrag haben CDU/FDP vereinbart, in Sachen Inklusion auf die Bremse zu treten und den restlichen Bestand an Förderschulen zunächst nicht aufzulösen.

Dr. Bernd Althusmann, CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Oktober 2017 hat bereits bei der Vorstellung seines Bildungspapiers „Besser lernen und Niedersachsens Zukunft gestalten!“  ein einjähriges Moratorium für die Inklusion an niedersächsischen Schulen, einschließlich eines sofortigen Stopps der Schließung der Förderschulen verkündet.  Seit über 4 Jahren wird in Niedersachsen inkludiert, die Auflösung der Förderschulen schreitet voran, die meisten Sonderpädagogen unterrichten jetzt an den Regelschulen. Diesen Prozess einfach zu stoppen, ist wohl nicht so einfach möglich, wo sollen die Kinder hin?

Inklusion bleibt aber – abseits von Wahlkampfrummel – ein Problem der Umsetzung. Eltern und Lehrkräfte beklagen die Überforderung der Regelschulen. Eine Billiglösung, wie sie bisher versucht wurde, funktioniert nicht. Aber wie soll es weitergehen? Bringt die GEW-Forderung nach Einstellung von 1.000 SozialpädagogenInnen die Lösung?

Wir wollen genauer hinschauen, wie Inklusion in Wilhelmshaven praktisch aussieht. Diesmal wollen wir uns mehr Zeit nehmen und planen eine Reihe von 3 Sendungen. Konzeptionell stehen wir noch am Anfang, wir beabsichtigen, längere Zeit am Unterricht mit Inklusionskindern teilzunehmen, in Grund- und vielleicht auch höheren Klassen. Wir wollen mit den Betroffenen, Experten und vielleicht auch Politikern sprechen.  Es gibt auch noch die Idee, mal über die Ländergrenzen hinweg zu schauen. Es gibt ja an Wilhelmshavener Schulen Kontakte in verschiedene Länder der EU, mal sehen.

Wie wären an dieser Stelle dankbar, wenn Sie uns Ihre Ideen zu diesem Thema mitteilen würden.

Begabtenförderung am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven (NGW) und die Rolle des Kooperationsverbundes „Begabungen und Talente fördern“ (KOV)

Das Neue Gymnasium Wilhelmshaven macht eine gute Pressearbeit. Die Wilhelmshavener Zeitung hat oft Anlass über besondere Veranstaltungen oder Aktivitäten an dieser Schule zu berichten. Ob der bekannte Gießener Mathematik-Dozent Prof. Dr. Beutelspacher die Schülerinnen und Schüler mit seinem „Zauber der Zahlen“ in den Bann zieht, ob Kinder am „Tag des Wissens“ ihre Talente entdecken können oder ob Christoph Biemann, bekannt aus der „Sendung mit der Maus“ auf der Bühne experimentiert. Anlässe gibt es genug, denn an der Schule bewegt sich anscheinend eine Menge. Die Aufnahme des NGW in den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bildungs- und Begabungslotsen zeigt offenbar ein besonderes Anliegen der Schule, nämlich die Begabungen und Talente ihrer Schülerinnen und Schüler zu ent-decken und zu fördern. Grund genug für FORUMSCHULE sich mit der zuständigen Koordinatorin Frau Endres zu unterhalten und dabei freudig überrascht festzustellen, dass an diesem Gymnasium so Einiges neu ist – und nicht nur der Name. Wir wollen uns aber bei der Sendung am 21.08.17 auf den Bereich der Begabtenförderung an NGW beschränken und dabei spielt der KOV eine besondere Rolle.

Das Trainingsraumkonzept an der Marion-Dönhoff-OBS in Wilhelmshaven

Wie kann mit Schülerinnen und Schülern umgegangen werden, die durch ihre Aktivitäten verhindern, dass Lehrkräfte unterrichten und MitschülerInnen etwas lernen können?  Trainingsraumkonzepte können Unterrichtsstörungen nicht verhindern, verfolgen jedoch das Ziel, durch einen Mix von Reflexion und Disziplinierung ein erneutes Auftreten zu verhindern. Am 19.06.17 werden wir uns mit der Theorie und Praxis dieses Konzepts an der Marion-Dönhoff-Oberschule beschäftigen. In Studio unterhalten wie uns darüber mit Frau Klümper, die als Mitarbeiterin des Jugendhilfeträgers MERACON neben Kolleginnen und Kollegen die konkrete Arbeit im Trainingsraum leistet. Dabei ist auch Herr Behrens, der Initiator des Trainingsraumes und ebenfalls dort aktiv.

Auf dem Weg zur Demokratischen Schule? – Theorie und Praxis der Schülerbeteiligung in Schulen

In unserer Maisendung am 15.05.17 wollen wir – quasi als Fortsetzung unserer Sendung über das Jugendparlament – uns mit der Partizipation von Schülerinnen und Schülern in Schulen befassen. Es geht um die verschiedenen Beteiligungsebenen – vom Klassensprecher über den Schülersprecher zum Schülervertreter im Schulvorstand. Wieder steht die demokratische Erziehung oder die Erziehung zur Demokratie im Focus. Wie wollen nachfragen, wie die gesetzlich vorgegebenen Beteiligungsrechte von den Schülerinnen und Schülern in der Praxis genutzt werden und fragen nach der schulischen Unterstützung z. B. durch die SV-Beratungslehrkäfte. Natürlich werden wir Gäste zur Sendung einladen, die mit der Umsetzung in den Schulen betraut sind.

Das Jugendparlament in Wilhelmshaven

Zur Vorbereitung der Sendung am 20.03.17 haben wir als Gast an der letzten Sitzung des Wilhelmshavener Jugendparlamentes im Familienzentrum Nord teilgenommen. Der Ort ist für dieses JuPa nicht ungewöhnlich, hat es sich doch vom üblichen Sitzungsraum im Rathaus verabschiedet. So lernen sie auch immer etwas über den jeweiligen Gastgeber, der immer etwas mit Kinder-/Jugendangelegenheiten zu tun hat. Das Setting ist entsprechend stimmig, Getränke und Kekse wurden vom Haus freundlicherweise bereit gestellt.

14 Schülerinnen und Schüler – Beschlussfähigkeit gegeben – arbeiten sich unter der Leitung des Vorsitzenden Marvin Hager zügig und konzentriert durch die 13 Tages-ordnungspunkte. Souverän wird der fehlende TOP „Genehmigung des letzten Protokolls“ eingefügt und  – auf die Vertrauenswürdigkeit des Protokollanten Herrn Päsler bauend – ohne Kenntnis des Inhalts einstimmig genehmigt. Es finden sich auch immer Mitstreiter, die für geplanten Aktivitäten des Jugendparlaments unabdingbar sind. Es bleibt also für die Jugendvertreter nicht nur bei den Parlamentssitzungen! Längere Wortbeiträge kommen nur von den anwesenden Gästen, die zu bestimmten Tagesordnungspunkten eingeladen wurden – aber die ParlamentarierInnen hören zu. Für den Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten in Hannover im Mai melden sich alle, es scheint sie wirklich inhaltlich zu interessieren. Ihr Teilnahmewunsch resultiert nicht aus der aus der Tatsache, dass sie an diesem Tag nicht zur Schule müssen. Von fehlendem (politischen) Engagement von Jugendlichen ist hier nichts zu sehen.

Die Protokollführung durch städtischen Mitarbeiter Herrn Päsler zeigt die Unterstützung der Stadtverwaltung. Er ist von Anfang an (1998) dabei  und hat allen bisherigen JuPa helfend und beratend zur Seite gestanden.  Er wird als Gast in der Sendung erscheinen, um uns etwas über das Interesse der Stadt am Jugendparlament und seine Erfahrungen mit selbigen Auskunft geben. Aber natürlich haben wir auch die Akteure selbst in Studio. Marvin Hager und seine Stellvertreterin Paula Remmers werden sich unseren Fragen über ihre Motivation und Arbeit stellen.

 

Wie entsteht eine Oberschule? Ein Blick auf den Entstehungsprozess der Marion-Dönhoff-Oberschule in Wilhelmshaven

Schulschließungen und -zusammenlegungen sind seit längerer Zeit Bestandteil in der Wilhelmshavener Schullandschaft. Zurückgehende Schülerzahlen führten laut Schulentwicklungsplan zunächst zur Reduzierung der Anzahl der Grundschulen, später der Gymnasien und zuletzt der Berufsschulen. Bei den Haupt- und Realschulen gab es aber die Besonderheit, dass durch die Zusammenlegung eine neue Schulform, die OBERSCHULE entstand. Zum 1. August 2014 wurde organisatorisch in der Stadtmitte aus der Hauptschule Bremer Str. und der Freiherr-vom-Stein-Realschule die Oberschule Mitte und im Stadtnorden bildete sich aus der Marion-Dönhoff-Realschule und der Hauptschule Nogatstr. die Oberschule Nord. Damit war das Ende aller Haupt- und Realschulen in Wilhelmshaven eingeläutet.

Nun wissen wir aus der Vergangenheit, dass allein die Zusammenlegung von Schulen schon ein relativ komplizierter, von Widerständen begleiteter Prozess sein kann. Wenn dann noch alte Schulformen abgewickelt, neue gebildet und darüber hinaus, Standort- und Personalfragen geklärt werden müssen, dann hat man eine ungefähre Vorstellung von den Herausforderungen, die die betroffenen KollegenInnen zu lösen haben. Alles in allem Grund genug für uns, diese Problematik zum Gegenstand einer Sendung zu machen.

Wir werden uns in der Sendung beispielhaft mit dem Entstehungsprozess einer Oberschule am Beispiel der Marion-Dönhoff-OBS befassen. Mit Hilfe der eingeladenen Gäste wollen wir aufzeigen, welche Aufgaben bisher gemeistert wurden und welche künftig noch zu lösen sind, damit aus den alten Schulen eine Oberschule wird, die besser ist als das bisherige Angebot.